»DES HELDEN SCHICKSAL«
| Ludwig van Beethoven: Ouvertüre zu Collins Trauerspiel „Coriolan“ op. 62 |
| Paul Hindemith: „Der Schwanendreher“, Konzert nach alten Volksliedern für Bratsche und kleines Orchester |
| Richard Strauss: „Ein Heldenleben“, Tondichtung op. 40 |
| Dirigent: Antony Hermus; Solist: Nils Mönkemeyer, Viola |
D
er römische Feldherr Coriolan ist nicht nur der Held einer Shakespeare-Tragödie sondern auch
eines Schauspiels eines gewissen Heinrich von Collin. Das Werk und sein Autor wären heute längst
vergessen, wenn nicht Ludwig van Beethoven 1807 eine düster-dramatische Ouvertüre komponiert
hätte, die die Erinnerung an beides wachhält. Einen Helden ganz anderer Art meint Richard Strauss
in seiner Tondichtung „Ein Heldenleben“. Er beschreibt keinen Helden aus Literatur, Mythologie oder
Geschichte, sondern einen Künstler – sich selbst im Alter von 34 Jahren! Der Vorwurf einer „Privat-
Eroica“ und eines „Kolosses auf tönernen Füßen“ blieb dem Werk denn auch nicht erspart. Romain
Rolland schrieb: „Es ist ein ungewöhnliches, von Heroismus trunkenes Werk, kolossal, barock, trivial
und erhaben.“ Liebenswürdig, volksverbunden und sparsam in seiner Besetzung gibt sich dagegen
das Bratschenkonzert „Der Schwanendreher“ nach alten Volksliedern, das sich Paul Hindemith, der
ein hervorragender Bratschist war, 1935 für den eigenen Gebrauch auf den Leib geschrieben hat.
