„Von Paris aus in die Welt“
| Joseph Haydn : Sinfonie Nr. 83 g-Moll „La Poule“ Anhören via youtube |
| Kurt Weill: Konzert für Violine und Blasorchester op. 12 Anhören via youtube |
| César Franck : „Les Éolides“ Anhören via youtube |
| Claude Debussy: „La Mer“ Anhören via youtube |
| Dirigent: Antony Hermus; Solistin: Hae-Sun Kang, Violine |
Die Metropole Paris war schon immer auch ein Zentrum der Musik. Musiker aus ganz Frankreich und dem Ausland kamen an die Seine um hier ihr Glück zu versuchen. Ein Auftrag aus Paris oder ein Erfolg in dieser Stadt eröffneten nicht selten eine Weltkarriere. Für Joseph Haydn bedeutete es 1784 eine große Ehre, für die „Concerts de la Loge Olympique“ in Paris sechs „Grandes Symphonies“ schreiben zu dürfen. Diese „Pariser Sinfonien“ (Nrn. 82 - 87) wurden zu Musterbeispielen klassischer Musik. Einige dieser Werke haben die Pariser mit Beinamen versehen. Die g-Moll-Sinfonie (Nr. 83) nannte man bald „La Poule“ („Das Huhn“) – wegen des „gackernden“ Seitenthemas im ersten Satz. Auch wenn César Franck und Claude Debussy unterschiedlichen Generationen angehören, begegnen sich die beiden Werke unseres Programms in dem ähnlichen Bestreben, Natureindrücke in Musik zu übertragen, ohne jedoch in naturalistische Nachahmung zu verfallen. In Francks Tondichtung „Les Éolides“ (1876) ist es die atmosphärische Schilderung des Windes, und in Debussys drei sinfonischen Skizzen „La Mer“ (1905) geht es um die ständigen Veränderungen des Meeres im Wechselspiel mit Licht und Luft. In Paris wurde 1925 auch das einzige Violinkonzert Kurt Weills uraufgeführt. Damals konnte er noch nicht ahnen, dass er acht Jahre später aus Deutschland fliehen und in Paris eine neue künstlerische Heimat suchen musste.
