6. Sinfoniekonzert

„Wo das Wort aufhört ...“

Johannes Brahms: Tragische Ouvertüre d-Moll op. 81 Anhören via youtube
Wolfgang Amadeus Mozart: Klarinettenkonzert A-Dur KV 622 Anhören via youtube
Jean Sibelius: Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43 Anhören via youtube
Dirigent: Antony Hermus; Sebastian Manz, Klarinette

„Seit Beethovens Zeit sind alle Sinfonien, mit Ausnahme von Brahms, sinfonische Gedichte gewesen. In manchen Fällen haben uns die Komponisten ein Programm gegeben oder wenigstens angedeutet, woran sie gedacht haben ... Das ist nicht mein Ideal einer Sinfonie. Meine Sinfonien sind Musik – erdacht und ausgearbeitet als Ausdruck der Musik, ohne irgendwelche literarische Grundlage ... für mich beginnt Musik da, wo das Wort aufhört. Eine Sinfonie soll zuerst und zuletzt Musik sein.“ In seinen 7 Sinfonien, die er klar von einer Reihe sinfonischer Dichtungen trennte, ist der große finnische Komponist Jean Sibelius diesem selbst gestellten Ideal in beeindruckender Weise gefolgt. Auch seine berühmte 2. Sinfonie von 1902 weist keinerlei programmatische Züge auf. Sie überwältigt durch ihre urwüchsige Kraft und musikalische Geschlossenheit. Nichts als Musik stellt auch die „Tragische Ouvertüre“ von Johannes Brahms dar. Sie basiert auf einem Sinfoniesatz, der 1880 vom Komponisten seine endgültige Form als dramatisch bewegte Ouvertüre erhielt – eine sehr allgemeine absolut-musikalische Darstellung des Tragischen. Ein Hauch von lächelnder Melancholie liegt über Mozarts einzigem und einzigartigem Klarinettenkonzert. Es ist sein letztes vollendetes Instrumentalwerk überhaupt und entstand für seinen Freund, den Klarinettisten Anton Stadler, der das Werk am 16. Oktober 1791, sieben Wochen vor Mozarts Tod, in Prag uraufführte.