»FÜGUNGEN DES LEBENS«
| Leonard Bernstein: Divertimento |
| Erich Wolfgang Korngold: Violinkonzert D-Dur op. 35 |
| Peter Tschaikowski: Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36 |
| Dirigent: Daniel Carlberg; Solistin: Tanja Becker-Bender, Violine |
L
eonard Bernstein, dessen „Candide“ in dieser Spielzeit erstmals auf der Dessauer Bühne erscheint,
war eine der vielseitigsten Musikerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Amerika und
Europa bedeuteten für ihn ebensowenig Gegensätze wie die Kategorien „E-Musik“ und „U-Musik“.
Das beweist nicht zuletzt sein originelles, 1980 zum 100-jährigen Jubiläum des Boston Symphony
Orchestra komponiertes Divertimento. Bei der Uraufführung des Violinkonzertes von Erich Wolfgang
Korngold 1947 in St. Louis reagierte das Publikum mit enthusiastischem Beifall, und wo immer es
auch gespielt wurde: Es eroberte mit seinem klangvollen Melodienreichtum stets die Herzen der
Zuhörer. Korngold, der wegen seiner jüdischen Abstammung 1938 aus seiner Heimat Österreich
emigrieren musste, recycelte in diesem Konzert einige der zahlreichen Filmmusiken, die er im Exil in
Hollywood geschrieben hatte.
Solistin ist die junge Geigerin Tanja Becker-Bender, derzeit Professorin an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Die FAZ bescheinigte ihr „völlig ausgereifte Virtuosität und phänomenale Intensität des Ausdrucks und der Balance”.
Das Thema der 4. Sinfonie Peter Tschaikowskis ist das Schicksal, „die verhängnisvolle Macht, die unser Streben nach Glück verhindert und eifersüchtig darüber wacht, dass
Glück und Frieden nie vollkommen und wolkenlos werden“ [Tschaikowski]. Und doch: Im Finale freut
sich der Held am Glück der anderen, „und das Leben ist doch zu ertragen“.
Mehr über die Hintergründe der erklingenden Werke können die Besucher wie immer in der Konzerteinführung erfahren, die an beiden Abenden jeweils 18.30 Uhr im Foyer stattfindet.
