Eine Kleinstadt wird unverhofft und in Gestalt der milliardenschweren Witwe Claire Zachanassian von einem unermesslichen Geldsegen bedroht. Diese Stadt ist voll von hochanständigen Bürgern, doch sind die Kassen leer und kein Licht am Ende des Tunnels. Also ist man in der Not zu allem bereit, um aus der finanziellen Schieflage heraus zu kommen. Doch was als Segen über das kleine Güllen hereinbricht, entpuppt sich schnell als ein subtiler Rachefeldzug, denn Claire Z. hat eine alte Rechnung zu begleichen. Vor vielen Jahren hieß sie Klara Wäscher und war selbst eine von ihnen, eine Güllenerin, die mit Schimpf und Schande aus ihrer Heimat gejagt wurde. Der Grund, sie wurde schwanger von ihrem Geliebten, doch der leugnete die Vaterschaft. Es kam zu einem Prozess und ihr geliebter Alfred kaufte Zeugen die beschworen, dass Klara ein »leichtes Mädchen« und er niemals der Erzeuger des Kindes sei. Jahrzehnte sind seither vergangen und Güllen so tief in den roten Zahlen, wie seine Bürger alt. Neben ihrem siebenten Ehemann bringt Claire einen Sarg in die alte Heimat und verspricht eine Milliarde, legt man ihr den toten Alfred vor die Füße. Der Schock in Güllen ist groß, doch der Preis für einen toten Nachbarn scheint machbar. Und so wird es Tag um Tag enger für einen bislang angesehenen Bürger und eine Kleinstadt wird sich entscheiden, ob ihr schon bald eine finanziell glückliche Zukunft blüht.
Was ist der Preis des Wohlstands und welchen Preis ist der Mensch bereit, für diesen Wohlstand zu zahlen? Dürrenmatt schreibt seine bitterböse Tragikomödie bereits im Jahr 1956, doch die Rezeptionsgeschichte des Stückes beweist, diese große Metapher über die Abstiege des Menschen in Welten, in welchen einzig das Geld regiert, ist nicht umsonst immer noch ein Klassiker der Bühne, und zeugt von seiner Zeitlosigkeit ebenso im Kino, jüngst im Fernsehen und längst in schulischen Lehrplänen.

