Elbmusikfest 2010
In seiner 215. Spielzeit nimmt das Anhaltische Theater Dessau die Tradition der Elbmusikfeste, einem
Vorläufer der Anhaltischen Musikfeste, wieder auf und veranstaltet am Himmelfahrtswochenende
2010 nach einer Unterbrechung von 175 Jahren das nunmehr zweite in Dessau stattfindende
Elbmusikfest. Das Elbmusikfest 2010 umfasst an vier aufeinander folgenden Tagen Aufführungen
des Musiktheaters, des Balletts und ein SCRATCH-KONZERT, das einen gewaltigen Klangkörper
bestehend aus professionellen Musikern und Liebhabern vorsieht.
Ihren Ursprung hatten die Musikfeste im 18. Jahrhundert in England, wo orchestral begleitete Chorwerke
im großen Rahmen aufgeführt wurden. Diese Musikfestidee strahlte zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf
Deutschland über. Bei der Musikfestidee standen vor allem drei Funktionen im Vordergrund: Bildung,
Kommunikation und Repräsentation.
Ausgehend von der Verbindung des Magdeburger Oberbürgermeisters Wilhelm August Francke
zum Dessauer Hofkapellmeister Friedrich Schneider gründete sich im Jahr 1825 der „Verein für
die Musikfeste an der Elbe“, bestehend aus Mitgliedern der Gesangsvereine aus Aschersleben,
Dessau, Halberstadt, Halle, Magdeburg, Nordhausen, Quedlinburg und Zerbst. Dabei beschloss
man, jedes Jahr ein großes mehrtägiges Musikfest im Elbraum zu veranstalten. Insgesamt wurden
neun Elbmusikfeste im Zeitraum von 1825 his 1836 durchgeführt. Die Veranstaltungsorte waren
Magdeburg, Zerbst, Halberstadt, Nordhausen, Halle, Dessau und Braunschweig. Die Elbmusikfeste
hatten für die regionale Entwicklung des Chorwesens im 19. Jahrhundert eine große Bedeutung.
Die Elbmusikfeste wurden abgelöst durch die Anhaltischen Musikfeste, deren erstes unter der
Leitung Friedrich Schneiders und Eduard Thieles 1840 in Köthen stattfand.
Flyer Elbmusikfest 2010 (PDF, 872 KB)

