Sagt man seinem Ehepartner einen Satz wie: »Ich weiß nicht wer du bist.« ins Gesicht, muss dies nicht zwangsläufig das Ende einer Beziehung bedeuten. Vielleicht ist es ein Anfang, der Anfang eines verzweifelten, herzverzehrenden, grausamen Kampfes um den anderen, um die Liebe, um eine außergewöhnliche Zweierbeziehung, eine große Geschichte zwischen einem Mann und einer Frau.

Klimagang im 3. Obergeschoss
Foto: Claudia Heysel
In John Cassavetes Film »A Woman under the Influence« aus dem Jahr 1974 haben zwei Leute einfach kein Konzept dafür, wie sie mit ihren Gefühlen füreinander umgehen sollen. Das Problem in einer Beziehung nicht miteinander umgehen zu können, heißt zumeist, nicht wirklich zu kommunizieren. Obgleich man ständig miteinander spricht, fehlt es an den eigentlichen Worten, den eigentlichen Gesten. Hilflos und überfordert stehen Mann und Frau im Angesicht der Hilfosigkeit und Überforderung des jeweils anderen. Beide sind Opfer und Täter zugleich und doch besessen von ihrer Beziehung, ob sie gut ist oder schlecht. Cassavetes Stoff ist der Ausgangspunkt für ein Theaterprojekt für zwei Darsteller, einen Mann und eine Frau, die in »Frau unter Einfluss« eine außergewöhnliche Liebesgeschichte erzählen.