Bauhaus-Theater-Special
Für die beiden letzten Vorstellungen von HERMES IN DER STADT am 18. und 19. Juni 2010 jeweils um 19.30 Uhr laden die Stiftung Bauhaus Dessau und das Anhaltische Theater Dessau erstmals zum neuen Bauhaus-Theater-Special ein: HERMES IN DER STADT zusammen mit einer besonderen Führung durch das Bauhaus für nur 12 Euro/ ermäßigt 10 Euro (anstatt: 14,50 Euro/ 11,50 Euro).
Die Führung startet um 18.30 Uhr.
„Hermes in der Stadt“, ein Stück des in Sachsen-Anhalt geborenen Autors Lothar Trolle, liest sich wie eine schonungslose Großstadtsinfonie. Trolle verschränkt in seinem Stück den Mythos von Hermes, dem „Gott der Diebe und Händler“, mit dem Mythos von Stadt als Glücksversprechen & Projektionsfläche einerseits, Moloch und Utopiebrache andererseits. Eine nüchterne Innenansicht des urbanen Raums, eine Anordnung von Brutalität und Gewalttaten, die scheinbar ohne Anlass aus der Normalität geboren sind. Junge internationale Künstler, alle neu im Dessauer Ballett-Ensemble, entwickeln als Choreographen ihre eigene Interpretation von Trolles Text. „Hermes in der Stadt“ ist eine Koproduktion des Anhaltischen Theaters und der Stiftung Bauhaus Dessau.
Für die jungen Choreographen war Trolles Text vor allem eine Inspirationsquelle. Sie haben sich diesem Stück, das keine stringente Geschichte erzählt, sondern vielmehr Episoden zu einem Stadt-Tableau verbindet, mit den Mitteln des Tanzes genähert.
Aus einem Interview mit den jungen Choreographen:
„Wir versuchen Bilder durch Bewegungen umzusetzen: Aggressionen, Brutalität, aber auch die Stille davor und danach.“
„Und natürlich sind unsere Arbeiten auch stark von den Ideen des Bauhauses und der Bauhausbühne inspiriert, z.B. dem Konzept der Raumtänze. Ohne diese Nachahmen zu wollen, sind unsere Choreographien doch sehr bewusste Auseinandersetzungen mit dem historischen Ort der Bauhausbühne, die wir für uns mit der Mensa und auch der dazugehörigen Küche erweitern.“
„Das Tableau gibt eine gewisse Ästhetik vor, eine Atmosphäre, ein bestimmtes Gefühl. Mit den Eindrücken, die man beim Lesen bekommt, kann man schon als Tänzer oder Choreograph umgehen. Keiner von uns hat seine Geschichte eins zu eins aus dem Stück entnommen, die Choreographie soll die Atmosphäre spiegeln.“
„Wir sind von Anfang an von einem visuellen, einem atmosphärischen Grundkonzept ausgegangen. Das Stück handelt von Dingen, die den Menschen jeden Tag und in jeder Stadt begegnen können. Es ging uns nicht darum, etwas nur „schönes“ zu produzieren.“


