IMPULS-Festival
für neue Musik inSachsen-Anhalt
»Zwischen Nacht und Traum« heißt das Motto des IMPULS -Festivals 2011, das vom 2. bis 26. November in acht Städten Sachsen-Anhalts stattfindet.
Und in diesem geheimnisvollen Zwischenreich bewegen sich auch die vier Veranstaltungen in
Dessau, wo das Festival am 26. November in der Marienkirche seinen Abschluss feiert.
13. November /// Anhaltisches Theater /// 17.00 Uhr
ES WERDE LICHT!
MDR Rundfunkchor /// Anhaltische Philharmonie /// Dirigenten: Howard Arman, Antony Hermus
Giles Swayne /// Dolorosa für Chor, Solisten und Cellosolo
Igor Strawinsky /// Psalmensymphonie für Chor und Orchester
Wenn große Orchester im In- und Ausland ein Werk mit Chorbeteiligung planen, steht der MDR Rundfunkchor auf der Wunschliste ganz oben. Der größte und traditionsreichste Rundfunkchor Deutschlands präsentiert als neuer IMPULS-Partner zusammen mit der Anhaltischen Philharmonie zwei religiöse Werke, die auf Versöhnung und Erlösung zielen. In der Komposition des Briten Giles Swayne werden die drei Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam textlich und musikalisch zusammengeführt. Mit seiner Widmung »an die trauernden Mütter Israels und Palästinas« gibt Swayne darüber hinaus seinem Werk einen aktuellen politischen Bezug.
Igor Strawinsky als religiösen Komponisten zu bezeichnen, ist angesichts der wenigen von ihm geschriebenen Werke, die sich mit religiösen Themen auseinandersetzen, ungewöhnlich. Für eine Auftragskomposition für das Boston Symphony Orchestra suchte Strawinsky nach einer Dichtung, die für den Gesang geeignet, ja bestimmt war und entschied sich für Verse aus drei alttestamentlichen Psalmen: Er vertonte Verse aus dem 38. Psalm »Höre mein Gebet, Herr, und vernimm mein Schreien«, aus dem 39. Psalm »Ich harrte des Herrn, und er neigte sich zu mir« und schließlich den gesamten 150. Psalm »Halleluja! Lobet den Herrn in seinem Heiligtum; lobet ihn in der Feste seiner Macht!«
Die drei Psalmen fügten sich zu den drei Sätzen der Psalmensymphonie, deren Partitur Strawinsky im August 1930 abschloss – zu einer Zeit, in der er nach Jahren der Entfremdung von Glauben und Gemeinde in die russisch-orthodoxe Kirche zurückkehrte.
17. und 18. November 2011 /// Anhaltisches Theater Dessau /// 19.30 Uhr
TAGTRÄUME/NACHTGESPINSTE
Anhaltische Philharmonie /// Dirigent GMD Antony Hermus /// Solist: Andrea Lieberknecht, Flöte
Toru Takemitsu /// Signals from Heaven I, Daysignal
Claude Debussy /// Prélude à l´après-midi d´un faune
Toru Takemitsu /// I hear the water dreaming für Soloflöte und Orchester
Toru Takemitsu /// Signals from Heaven II, Nightsignal
Hector Berlioz /// Symphonie Fantastique
Träume gelten als Spiegel der Seele. Sie rufen innere Bilder und imaginäre Welten hervor. Auch als Bilder des inneren Auges werden sie oft bezeichnet. Phantasievorstellungen und Imaginationen kommen in Tagträumen wie auch in den nächtlichen Bildern aus dem Reich des Unbewussten vor. Mit Toru Takemitsus »Daysignal« wird der Tag wachgerufen und verleitet in Debussys »Nachmittag eines Fauns« zu einem Tagtraum, der die erotischen Stimmungen im Zustand des Dämmerns beschwört, bevor Takemitsiu mit seinem poetischen und an Debussy orientierten »I hear the water dreaming« zu einem sehr kontemplativen Traum einlädt. Mit dem »Nightsignal« beginnt ein ganz anderer, ein nächtlicher Traum, der in der »Symphonie Fantastique« in fünf Sätzen alle Facetten des Unbewussten lebendig werden lässt. Schwärmerei, Leidenschaft, Glück, Rausch, Zweifel und ein todesähnlicher Schlaf führen zum finalen Hexensabbat mit Totenglocken, der in einer höllischen Orgie endet. Eine Reise zwischen Nacht und Traum ins Reich der Fantasie!
26. November 2011 /// Marienkirche /// 19.30 Uhr /// Festivalabschluss
Himmelslaternen – G6-Dirigentengipfel
Anhaltische Philharmonie /// Dirigenten: Antony Hermus, Johannes Rieger, Christian Fitzner,
Hans Rotman u.a. /// Sprecher: Dieter Hallervorden
Jérome Combier /// Pays de Vent
Einojuhani Rautavaara /// Nightmares
Detlev Glanert /// Nachtmusik im Sommer
HK Gruber /// Dancing in the Dark
Toru Takemitsu /// The Night
Einojuhani Rautavaara /// Dawn
HK Gruber /// Anderntags
Zum Festivalabschluss findet der mittlerweile schon traditionelle IMPULS-Dirigentengipfel statt,
bei dem die Partnerdirigenten des Festivals nacheinander in diesem Jahr die Anhaltische Philharmonie
dirigieren.
Wer lag nicht schon einmal nachts wach, war zu später Stunde noch unterwegs oder erwartete
sehnsüchtig, freudig oder ängstlich den Sonnenaufgang und den neuen Tag?
Zum letzten Mal erklingen passend zum Festivalmotto »Zwischen Nacht und Traum« die nächtlichen
Visionen von unterschiedlichen Komponisten, die sich von der Dämmerung über die tiefe
Nacht bis zum Tagesanbruch bewegen. Mal poetisch und leicht, mal geheimnisvoll und aufregend,
dann wieder vital und virtuos werden die Zuhörer in ein Wechselbad verschiedener Gefühle versetzt.
Es gibt kaum Texte, die für dieses Konzert besser geeignet wären als die von Edgar Allan
Poe. Und wer wäre ein überraschenderer Poe-Rezitator als Dieter Hallervorden, Großmeister der
Pointe, Ehrenbürger von Dessau? Im Anschluss ist das Publikum zu einem Mitternachtsimbiss der
besonderen Art eingeladen: IMPULS 2011 endet mit einer musikalischen und kulinarischen Feier,
bei der zum Schluss Himmelslaternen in die Nacht schweben ...
Das IMPULS-Festival für Neue Musik in Sachsen-Anhalt wird gefördert vom Land Sachsen-Anhalt
