3 Spielstätten
Inszenierungen
junge Regieteams
1 Theaterabend.
Ödipus-Medea-Odysseus. 3 der faszinierendsten Gestalten des antiken Mythos bringen an einem Abend das Alte Theater in außergewöhnliche Bewegung. Im Halbrund eines Amphitheaters nimmt auf dem Vorplatz alles seinen Anfang. Es geht um Politik, Macht und Wahrheit. Ödipus, der Machtmensch, der Politiker, der Vatermörder und Ehemann seiner eigenen Mutter, sucht um den Preis des eigenen Untergangs die Wahrheit. In der Studiobühne treffen wir auf die Barbarin aus Kolchis, Medea, die ihre Heimat verließ, den Vater betrog, den Bruder tötete, das „Goldene Vlies“ stahl und das alles aus Liebe zu Jason. Und nun steht sie fremd in der Fremde, von allen gehasst, von ihrem Mann betrogen und lässt sich noch immer nicht verbiegen. Zum Abschluss lädt uns frei nach Homers Odyssee, die „Schlagerette“ „Ich und Du und ein Schiff dazu!“ ins Foyer und an Bord eines Kreuzfahrtschiffes nach Griechenland. Bald schon ziehen Stürme auf, Sirenen locken, Ungeheuer lauern und doch ist auf dieser Fahrt „nichts ungeheurer als der Mensch“. Und das Meer singt zu allem seine bezaubernden Lieder.
METAMORPHOSEN [VERWANDLUNGEN] lädt das Publikum zu einem Fest.
Antike begegnet unserer Gegenwart, wandelt sich und verwandelt jene großen und alten Stoffe, die seit mehr als 3000 Jahren von den Ängsten und Hoffnungen des Menschen handeln, in unsere Gegenwart, denn: „Das einzig Bleibende in unserer Welt ist die Veränderung!“
In Kooperation mit der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin.
Ödipus Tyrann
In der Übertragung von Hölderlin
Vorplatz Altes Theater
Ein Mann an der Macht, der um jeden Preis versucht, die Wahrheit zu finden, auch wenn er sie mit seinem eigenen Untergang bezahlen muss – welch wunderlich fremd klingende Geschichte. Um die Namen heutigen Politiker zu sparen, denen dieses Verfahren unbekannt sein dürfte, sei hiermit die Gegenfrage gestellt: Kennen Sie einen Politiker, dem es um die Wahrheit geht? Eine Diskussionsrunde, die einem Gedankenstrang folgend im Kollektiv eine Lösung finden will? Wäre das nicht ihre Aufgabe? Schließen Machterhalt und Wahrheitsfindung sich aus? Und ist das ein Spezifikum unseres Systems – der Demokratie? Oder korrumpieren wir Wähler durch die von uns formulierten Erwartungen?
Ausgehend von „Ödipus“ in der schon fast wie eine Fremdsprache klingenden Übersetzung von Hölderlin widmet sich ein Ensemble all jenen Fragen. Die Schwierigkeit und Fremdheit dieses Textes brechen den Abend auf und machen ihn zu einer diskursiven Theaterveranstaltung zum Thema: Politik, Macht und Wahrheit.
Mamma Medea
von Tom Lanoye
Studio Altes Theater
Was heißt es seine Heimat zu verlassen. Den Vater zu betrügen. Den Bruder zu töten. Alle Zelte des alten Lebens abzubrechen. Aufzubrechen in ein neues unbekanntes Leben. Wegen der Schuld. Vor allem wegen der Liebe. Jason. Nun bist Du mein ganzes neues Leben. In einer fremden Welt. Wir haben zusammen gemordet. Klebt das Blut noch an unseren Söhnen oder sind sie frei zu wählen, wie sie einmal leben möchten? Die Frage ist überflüssig geworden. Du, geliebter Jason, gehasster Jason, hast uns verlassen. Deine Frau Medea, deine Kinder, deine Familie. Du willst nun endlich König werden und benutzt deine Geliebte als Krücke zur Macht. Ich bin ohnmächtig. Ich rase vor Eifersucht, vor Wut, vor Hass. Ich finde keine Worte für den Schmerz in den Du mich gestürzt hast. Ich will nicht vernünftig sein. Dich in Liebe ziehen lassen und als Anhängsel um des Friedens Willen, Ruhe geben. Ich will nicht zuschauen wie Du Dein neues Leben gründest. Ich ertrage nicht, wie mir der Boden unter den Füßen genommen wird. Alle fühlen sich in Ihrem schönen Leben gestört, durch mich, diese Medea, die seit sie in die Stadt gekommen ist, immer schon anders war. Fremd. Irgendwie unheimlich. Nicht greifbar. In keine Schablone zu pressen. Geliebter Jason, gehasster Jason, ich will und werde nicht einfach davonlaufen ohne dass wir gerechten Tisch gemacht haben. Diesmal nach meinen Regeln. Ich möchte jeden Tag in den Spiegel schauen können und sagen: „Das bin immer noch ich, Medea, die Barbarin aus Kolchis. Mein Leben ist eine Reise. Blut klebt an meinen Fingern. Alles was ich liebe, habe ich verloren, aber ich habe mich nicht verbiegen lassen!“
Ich und Du und ein Schiff dazu!
Eine Schlagerette an Bord frei nach Homers ODYSSEE
Foyer Altes Theater
Auf einem Kreuzfahrtschiff für Singles. Es geht nach Griechenland. Es treibt nach Griechenland. Nach Ithaka um genau zu sein. Zum Verlieben. Auf der Suche nach der wahren Liebe.
Aber das Schiff kommt nie an in Griechenland. Verstrickt sich in Abenteuern: Stürme ziehen auf. Sirenen locken. Und Ungeheuer lauern unter dem Schiff. Aber geht wirklich alle Gefahr vom Meer aus? Ungeheuer ist viel, und nichts ungeheurer als der Mensch. Und das Meer singt seine Lieder.Im heißen Sand von Rhodos haben wir getanzt
im heißen Sand von Rhodos nahm' ich deine Hand
und wir träumten mit den Sternen bis ein neuer Tag erwacht.
Im heißen Sand von Rhodos fanden wir das Glück
im heißen Sand bei Wein und zärtlicher Musik
da hab' ich mein Herz verloren
hier bei dir in Griechenland.

