Koproduktion mit dem Kurt-Weill-Fest Dessau
Als Krankheitsvertretung trifft der Friseur Rodney Hatch auf den blasierten
Kunstsammler Whitelaw Savory, der mit seiner Neuerwerbung prahlt,
einer griechisch-antiken Venus-Statue, die schöner als jede Frau sei.
Zum Spaß steckt Rodney, der nicht verhehlen kann, dass er seine Verlobte
Gloria hübscher findet, während eines unbeobachteten Moments
der Statue den eigentlich für Gloria gedachten Verlobungsring auf, wodurch die Venus-
Statue zum Leben erwacht. Diese verliebt sich sogleich in Rodney, der vergebens vor
ihr zu fliehen versucht – die Verwicklungen beginnen: Das Verschwinden der Statue
wird Rodney als Diebstahl angelastet, Venus verfrachtet ihre Konkurrentin Gloria an den
Nordpol, woraufhin Rodney unter Mordverdacht und ins Gefängnis gerät. Von dort wird
er durch Venus befreit. Er verbringt eine Liebesnacht mit ihr und wird schließlich von
der zurück gezauberten Gloria verlassen. Allmählich verliebt sich Rodney tatsächlich in
Venus…
Die zunächst rein komödiantische Geschichte gewinnt eine gesellschaftskritische Dimension
und satirische Schärfe, wenn das Göttinnendasein mit der Wirklichkeit der kleinbürgerlichen
Hausfrauenrolle kontrastiert wird. Venus muss feststellen, dass sie in der vorherrschenden
Gesellschaftsordnung nur zwischen zwei Lebensentwürfen wählen kann,
dem einer Haushälterin und dem eines Objekts rein ästhetischer Verehrung.
„One touch of Venus“ ist eine witzige Variante des Pygmalion-Stoffes, in der Groteskmärchen
und Zeitsatire eine reizvolle Verbindung eingehen. Das Stück wurde Weills größter
Broadway-Erfolg. Die Songs reichen von sanften Liebesballaden zu swingenden Tanznummern.
Einige Nummern, wie das großartige Liebesduett Venus/Rodney, die Rumba
„Speak low“, oder „That’s him“ stürmten die Hitparaden und zählen heute zu den großen
klassischen amerikanischen Songs.
Ein wenig hineinhören kann man im folgenden:
I´m a stranger here myself (Venus)
Foolish heart (Venus)
Speak low (Venus)


