Die meisten Menschen kennen Wolfgang Maria Bauer, den 1963 in München geborenen Schauspieler, Regisseur und Autor, aus dem Fernsehen. Denn viereinhalb Jahre lang ermittelte er als Kriminalhauptkommissar Viktor Siska in der gleichnamigen Serie für das ZDF. „Dann war die Figur ausgereizt", sagt Bauer. Auch wenn er viel Zeit vor der Kamera, auf der Bühne oder mit dem Schreiben verbringt, frönt er einer besonderen Leidenschaft: dem Fußball. Fragt man ihn, was er als Kind werden wollte, Autor, Schauspieler oder Fußballer, kommt die Antwort prompt: „Fußballer!“ Bereits Anfang der 80er Jahre spielt er so professionell wie erfolgreich bei der TSV 1860 München und noch im gesetzten Alter in der Autorennationalmannschaft, kurz „Autonama“, einem Fußballteam aus Romanciers, Lyrikern und Dramatikern (u. a. mit Albert Ostermaier, Moritz Rinke und Jan Costin Wagner). Mit 20 Jahren begann Bauer zu schreiben, „Befindlichkeitsgedichte“, wie er das nennt und studierte erst einmal Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaft in seiner Heimatstadt München. Sein erstes Theaterstück „Der Zikadenzüchter" entstand bereits an der Hochschule für darstellende Künste in Stuttgart. Hier studierte er Schauspiel und wird 1990 an das Bayerische Staatsschauspiel in München engagiert. Des Weiteren spielte Bauer am Burgtheater Wien, bei den Salzburger Festspielen, im Schauspielhaus Zürich und sorgte als Mercutio in „Romeo und Julia" (Regie: Leander Haussmann), Kasimir in „Kasimir und Karoline", Lancelot in „Merlin oder Das wüste Land", St. Just in „Dantons Tod“ schnell für Aufsehen. Neben diversen schauspielerischen Arbeiten für Kino und Fernsehen, ist er ein erfolgreicher Bühnenautor und verfasste u.a. die Stücke „Kirsche in Not", „Nanou", „In den Augen eines Fremden", „Wir hätten gewinnen müssen“ und erhielt verschiedene Preise u.a. den Dramatikerpreis des Deutschen Goethe-Instituts und den Bayerischen Kunstförderpreis für Literatur. Von 2000 bis 2005 war Wolfgang Maria Bauer Oberspielleiter am Theater Heidelberg und lebt heute als freischaffender Regisseur, Autor und Schauspieler in Berlin und München.

In der Spielzeit 2011/2012: Tolles Geld oder Armut ist keine Schande