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Wunschfilm - Filme werden wahr

Was ist das Besondere, wenn der Film Theater macht? Heraus kommt auf jeden Fall kein Film, sondern Theater und Schauspieler hautnah, Liveaction zum Anfassen und die Möglichkeit für das Publikum, dass auch alles anders verläuft oder endet als geplant. Wählen Sie, liebes Publikum, also Ihren Lieblingsfilm aus jeweils drei Vorschlägen und stimmen Sie ab! Die Schauspieler des Anhaltischen Theaters bringen den Gewinner in atemberaubendem Tempo, einzigartiger Qualität und mit sehr viel Spaß auf die Bühne! Doch der Schrecken aller Spieler wird die Fernbedienung sein, und die liegt in Ihren Händen, verehrtes Publikum!

Leitung: David Ortmann und Sabeth Braun

Eintritt: 299 Cent
Der Wunschfilm auf facebook



29. Oktober: Wunschfilm 299 - I.Wahl:
Spiel mir das Lied vom Tod oder Frühstück bei Tiffany oder Psycho


7. November: Wunschfilm 299 - II.Wahl:
Herr der Ringe 1–3 oder Harry Potter 1–7 oder Star Wars 1–6


5. Dezember: Wunschfilm 299 – III.Wahl – Edgar-Wallace-Spezial:*
Der Frosch mit der Maske oder Der Hexer oder Das Gasthaus an der Themse


28. Dezember: Wunschfilm 299 – IV.Wahl – Nachweihnachtsvorsilvesterfamilienspezial:
Mary Poppins oder Drei Haselnüsse für Aschenbrödel oder Pippi Langstrumpf.


28. Januar: Wunschfilm 299 – V.Wahl – Stummfilm-Spezial:
Das Cabinet des Dr. Caligari oder Dr. Mabuse, der Spieler oder Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens


28. Februar: Wunschfilm 299 – VI.Wahl – Superhelden-Spezial (geschlossene Veranstaltung in der Justizvollzugsanstalt Dessau):
Batman: The Dark Knight (2008) oder Superman Returns (2006) oder Spiderman (2002)


5. März: Wunschfilm 299 – VII.Wahl – Literaturverfilmungs-Spezial:

Klicken Sie einfach Ihren Favoriten aus diesen drei Filmen an! Ihre Wahl wird sofort gespeichert.
Die Odyssee oder
Märchen aus 1001 Nacht oder
Die Bibel

8. April: Wunschfilm – VIII.Wahl – Oster-Spezial:
Alien (1979) oder Dawn of the Dead (1978) oder True Grit (2010)
Anschließend WunschFilm-Karaoke-Party! Eintritt hierzu ist frei!!


Pressestimme: Wahrlich bunt, 3D und in Farbe
Gespielte Wunschfilm-Serie beginnt im Alten Theater mit „Frühstück bei Tiffany“ und sorgt für großes Seh-Vergnügen.
Thomas Altmann, Mitteldeutsche Zeitung, 31.10.2011
Holly Golightly heißt eigentlich Lulamae Barnes. Aber ist der Kater jetzt eine Katze, die auch 2-E spielt, die wiederum Mrs. Failenson heißt? Oder anders gefragt, warum spielt nicht endlich die Monroe die Holly? Vielleicht, weil Autor Truman Capote nicht nur den Transvestiten am Tresen bei Tiffany gibt?
Alles klar? Dann kann es losgehen, mit einem taktvollen Tütchen Popcorn hart und heiter an der Kante zum Klamauk. Im Alten Theater läuft nun monatlich großes Kino, der gespielte Wunschfilm. Die erste Wahl gewann „Frühstück bei Tiffany“. „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Psycho“ unterlagen. Für die zweite Runde stehen „Herr der Ringe“ 1-3, „Harry Potter“ 1-7 oder „Star Wars“ 1-6 zur Wahl. Aber Vorsicht, die Bühnenfassung von „Frühstück bei Tiffany“ hatte annähernd Spielfilm-Format, gemessen an der Zeit.
Das ist wirklich bunt und in Farbe und in 3D und jede Dimension scheint überschritten, zumal ein Eingriff des Zuschauers ermöglicht wird. Der darf, wann immer er mag, auf eine güldene Fernbedienung klopfen: Stummer Schnelllauf, Überspringen, Wiederholen oder Genrewechsel, diesmal in Richtung Western oder Horror.
Gut, die Bühne zeigt eher Hempels Hinterhof als die Atmosphäre vor dem New Yorker Flagship Store des Edeljuweliers Tiffany & Co. Aber der perfekte Schmelz aus Hollywood wird wahrlich transportiert und katapultiert, hinein in die unbändige Lust an der verschrobenen Improvisation. Der Katzenkater wird zuweilen gedoubelt in Plüsch, immer dann, wenn Paul Varjak (Julian Mehne) das Tier tritt. Wenn er es befummelt, ist es meist 2-E, seine Sponsorin und Dekorateurin, die eigentlich Mrs. Failenson heißt, oder Eva-Marianne Berger. Gesundheit! Der verhinderte Dichter hat eine Katzenallergie, dafür mag er Holly, die weder von Marilyn Monroe noch Audrey Hepburn, sondern so nur von Katja Sieder zu spielen ist. Hans Jürgen Müller-Hohensee gibt den japanischen Chinesen und den amerikanischen Gehörten und David Ortmann, welch Anzug, welch vorgekaute Farbe, den Moderator. Gut jetzt? Nein! Jetzt geht es erst richtig los. Denn das hier ist die Spielwiese für Thorsten Köhler. Travestie oder Agonie und alles sprudelt durch alle Nebenrollen. Er kommentiert auch als Truman Capote, und wenn er schon als Frau bei Tiffany Spielzeugschmuck graviert, kann er auch gleich die mumifizierte Mutti Bates aus „Psycho“ in den Sessel setzen, um schließlich als verhinderter indisch islamistischer Taxifahrer und Scheibenwischer... Es nun soll reichen. Schluss und Kuss im Regen, na ja, Dunst aus der Dose, jetzt mit Katzenkater-Double zwischen liebenden Brüsten.
Nicht schluchzen, grunzen: In der ersten Auflage wird der gewünschte Film ein großer Gaudi, ein vehementes Vergnügen, und mit 299 Cent auch preiswerter als Kino. Notwehr wäre immerhin möglich, der dauernde Druck auf den Schnelldurchlauf. Oder besser permanent auf: Repeat?
Pressestimme: Schöner Sterben im Londoner Nebel
Wunschfilm: Fünf Schauspieler zerlegen Wallace-Klassiker.
Ilka Hillger, Mitteldeutsche Zeitung, 08.12.2011
Umschalten ging an diesem Fernsehabend nicht, als man sich 20.15 Uhr bequem gesetzt hatte. Es gab sogar einen Ansager, der „tolle Figuren, feinen Humor und keine Textsicherheit“ versprach. „Erwarten sie nichts und sie werden auch nicht enttäuscht“, warnte David Ortmann, und der dritte „Wunschfilm 299“ im Alten Theater konnte am Montag starten. Beim zur Wahl stehenden Edgar-Wallace-Trio setzte sich „Der Hexer“ durch, gedreht 1964 mit 20 Rollen, die beim Wunschfilm ein Viertel der Darsteller des Originals nachspielten.
Was an diesem Abend im nebligen London tatsächlich passierte, wusste man freilich nach nicht ganz zwei Stunden immer noch nicht. War der Hexer mit Cora Ann oder Elise Penton zusammen? Und wer ist dieser Mann, der die Hüte wie die Haltung wechselt und vom Inspektor bis zum Reverend sein Portfolio an Charakteren zieht? Was „Der Hexer“ erzählt und wer hier wer ist und wen spielt, das ist beim Wunschfilm, erdacht und auch beim Spiel unterstützt von David Ortmann und Sabeth Braun, die reinste Nebensache. Es geht allein um den Spaß, einen Filmklassiker aufs Schönste zu zerlegen. Nach der Star-Wars-Saga und „Frühstück bei Tiffany“ gelang dies auch mit dem Wallace-Schinken. Da wurde prächtig gemordet, UBoote explodierten im Konfetti-Regen, bemehlte Schwammtücher lieferten Revolverrauch. Was einen guten Wallace-Streifen ausmacht und noch viel mehr darüber hinaus, bediente das Schauspielquintett perfekt. Da spielte fein bis ins Detail Katja Sieder alle Frauenrollen und verführte ihre Kollegen. Patrick Rupar als Neuling in der Reihe bewies ebenso wie Neuzugang Boris Malré Improvisationstalent, Julian Mehne darf fortan als Meister des Grimassierens gelten und Thorsten Köhler bewies einmal mehr, wie er in einer theatralischen Sonderedition sein Können entfaltet.
Oft nutzte das bestens unterhaltene Publikum den Eingriff per goldener Fernbedienung, weidete sich an Irrungen und Wirrungen, die umso schöner gerieten, je ratloser die Darsteller waren und paralysiert auf den Teleprompter starrten. Davon sieht man gerne mehr: Nächste Folge 28. Dezember.